Liebe Lesende. Manchmal stellen wir uns Kirche komplizierter vor, als sie sein müsste. Am 31. Oktober feiern wir in Fehraltorf wieder unser Lichterfest. Kinder kommen mit ihren Familien vorbei, es wird gelacht, gespielt und miteinander Zeit verbracht. Manche kennen unsere Kirchgemeinde gut, andere vielleicht kaum.
Und genau das finde ich spannend. Denn vielleicht beginnt Gemeinschaft gar nicht damit, dass jemand beschliesst: «Von jetzt an gehöre ich dazu.» Vielleicht beginnt sie mit einem schönen Abend, einem Gespräch oder mit Kindern, die gerne wiederkommen möchten.
Als Kirchenpfleger beschäftigt mich deshalb die Frage: Wie erreichen wir Familien, die mit Kirche vielleicht wenig anfangen können – aber durchaus neugierig auf Gemeinschaft und gemeinsame Erlebnisse sind? Ich glaube, darauf sollten wir mit offenen Türen antworten. Ein Lichterfest kann eine solche Tür sein. Ebenso ein Ausflug, gemeinsames Essen, Musik oder ein Angebot für Kinder. Natürlich freuen wir uns, wenn Menschen wiederkommen, Bekanntschaften wachsen und vielleicht sogar Freundschaften entstehen. Aber Beziehungen lassen sich nicht verordnen. Wir können Gelegenheiten schaffen, damit sie entstehen. Vielleicht liegt darin eine wichtige Aufgabe unserer Kirchgemeinde: nicht nur darauf zu warten, dass Menschen zu uns finden, sondern Orte zu schaffen, an denen wir einander finden können. Das macht mir Zuversicht. Manchmal genügt dafür eine offene Tür.
Andreas Hembd, Kirchenpflege